Schwalben willkommen in Bendorf-Stromberg

 

 

NABU Neuwied und Umgebung zeichnet Hausbesitzer aus

 

Das Haus von Peter Villmann in Bendorf-Stromberg wurde vom NABU (Naturschutzbund) als schwalbenfreundliches Haus ausgezeichnet. Heide Bollen, Vorstandsmitglied der NABU-Gruppe Neuwied und Umgebung, überreichte am Dienstag, dem 11. Juli, eine Urkunde und Plakette mit herzlichen Glückwünschen an den Eigentümer.

 

Peter Villmann kann sich nicht erklären, warum die Mehlschwalben, die in sechs Nestern unterm Dach an der Hauswand brüten, sich ausgerechnet sein Haus ausgesucht haben, das mitten in einem Neubaugebiet liegt. Vor sechs Jahren erschien das erste Schwalbenpaar und ließ sich bei ihm nieder. Seitdem sind jährlich neue hinzugekommen. Vielleicht spüren die Tiere, dass sie hier willkommen sind, denn Peter Villmann ist ein großer Vogelfreund und hat ehrenamtlich in der Wildvogelauffangstation Kirchwald gearbeitet.

 

Dass die Schwalben beim Anflug ans Nest zum Füttern ihrer Jungen die weiße Hausfassade beklecksen, nimmt Peter Villmann in Kauf. Unter jedem Nest liegt auf dem Boden eine Gummimatte. "Die mache ich jeden Tag sauber", sagt er. Es gibt die Möglichkeit, ca. 60 cm unterhalb des Nestes ein Kotbrettchen anzubringen, das die Hinterlassenschaften der Schwalben auffängt. Das Vergnügen, mit den lebhaft zwitschernden Vögeln unter einem Dach zu leben, sie bei der Jungenaufzucht und später den Nachwuchs beim ersten Ausfliegen zu beobachten, wiegt für Peter Villmann alle Unannehmlichkeiten auf.

 

Die Mehlschwalben, die hier ein Obdach gefunden haben, bauen ihr Nest aus Lehmkügelchen bevorzugt an Hauswänden unter dem Dachüberstand. Viele Menschen wissen nicht, dass das Entfernen der Nester ein Straftatbestand ist. Die Zahl der Schwalben hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen, denn es wird für sie zunehmend schwieriger, zu überleben. Oft sind sie keine gern gesehenen Gäste am Haus. Auch finden sie durch die Umstrukturierung in der Landwirtschaft immer weniger Insekten, auf die sie als Nahrung angewiesen sind. Selbst der Lehm für den Nestbau ist immer schwerer zu beschaffen, da zunehmend Höfe gepflastert und Feldwege asphaltiert werden und kaum noch lehmige Pfützen zu finden sind.

 

Umso mehr muss der Einsatz von Peter Villmann für "seine" Schwalben am Haus anerkannt und hervorgehoben werden!

 

Jahreshauptversammlung am 11.05.2016

Da Stefan Kolling von seinem Amt als 2. Vorsitzender zurückgetreten ist, mußte an der

Jahreshauptversammlung der Posten neu besetzt werden.

Christian von Landwüst wurde von der Versammlung einstimmig zum neuen 2.Vorsitzenden gewählt.

Dadurch wurde sein Posten als Kassenwart frei und mußte neu besetzt werden.

Die Versammlung wählte Detlef Wischnat einstimmig zum neuen Kassenwart.

Werner Kessler ist am 11.11.2015 im Alter von 90 Jahren gestorben.

Werner Kessler war einer der großen Ornithologen unserer Heimat, dessen Name die Reihe der bedeutenden Ornithologen um Neuwied nach Brahts, Le Roi, Neubaur und Dittmann fortführt. Als Autodidakt hat er es gemeistert, die umfangreichen Kenntnisse zur Vogelwelt, aber auch zu den Schmetterlingen, Orchideen und all den bedeutenden Arten von Fauna und Flora unserer Heimat, den Menschen in leicht verständlicher Weise mit Charme, Witz und weiträumigen Blick zu den ökologischen und naturschutzfachlichen Belangen bei seinen vielen Exkursionen, Vorträgen und Veröffentlichungen zugänglich zu machen. Viele Jahre hat er als aktives Mitglied mit seinem profunden Wissen und seiner Erfahrung den NABU, die GNOR und den Fachbeirat für Naturschutz im Kreis Neuwied bereichert und gab Anstöße zum Andersdenken und Handeln. Aber auch allen Interessierten und anderen Initiativen wie BUND, AHO, Ameisenschutzwarte, Naturfreunde Thalhausen u. v. m. stand er jeder Zeit beiseite, gab Anstöße und ließ die Funken von Begeisterung und Engagement für die Ornithologie und die Natur rüber springen. Für die Natur hat er geworben und gekämpft – immer mit den Menschen und nie dagegen.

Wir alle werden sein Wissen, seine Gedanken, Ideen und Emotionen fortleben und weiter tragen. Für eine liebens- und lebenswerte Natur, für unsere Mitmenschen.

 

Der Vorstand

NABU-Neuwied und Umgebung e.V.

Werner Kessler rechts im Bild, bei der Überreichung der Ehrenurkunde für 60 Jahre Mitgliedschaft im NABU durch den Landesvorsitzenden Siegfried Schuch im Januar 2012.

Pressemitteilung der

NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald · 18.09.2014

Der NABU - Neuwied und Umgebung hat einen neuen Vorstand

 

Auf der Jahreshauptversammlung des NABU (Naturschutzbund) Neuwied und Umgebung e. V. am 16. September 2014 in Neuwied wurde ein neuer Vorstand gewählt. Neuer erster Vorsitzender der NABU-Gruppe ist Dr. Johannes Leonhard. Zum zweiten Vorsitzenden wurde Stefan Kolling, bisheriger Naturschutzreferent der Gruppe, gewählt. Christian von Landwüst wurde neuer Kassenwart. Das Amt der neuen Schriftführerin besetzt Heide Bollen. Mit Detlef Wischnat, Sabine Vollbrecht, Günter Hahn und Thomas Kurz unterstützen gleich vier kompetente Beisitzer die Arbeit des neuen Vorstands.

 

Siegfried Schuch, Landesvorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz e. V., und Jonas Krause-Heiber, Leiter der NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald, lobten die wertvolle ehrenamtliche Arbeit des bisherigen Vorstands. In ihren Funktionen als erste und zweite Vorsitzende führten Ursel Wischnat und Jutta Malatek die NABU-Gruppe souverän und mit hohem Engagement. Beide blicken auf eine 30-jährige NABU-Mitgliedschaft zurück. Nach über 40 Mitgliedsjahren im Verein und 37 Jahren Arbeit als Kassenwart wurde auch Gabriel Riehl unter Würdigung seiner äußerst guten Arbeit aus dem Vorstand verabschiedet.

 

Der neue Vorstand der bereits seit 77 Jahren existierenden NABU-Gruppe Neuwied und Umgebung e. V. freut sich auf seine Arbeit und wird sich weiterhin auf vielfältige Weise für den Schutz der heimischen Natur und Umwelt einsetzen. An einer Mitarbeit interessierte Bürgerinnen und Bürger sind bei der NABU-Gruppe jederzeit herzlich willkommen. Weitere Informationen gibt es unter www.nabu-neuwied.de.

 

Pressebericht in der Rheinzeitung vom 17.12.2012

 

NABU Neuwied und Umgebung verwirklicht

 

Naturschutzprojekt im Bereich der

 

Concordia-Sandhalde

 

Zwergesel und Burenziegen

 

angesiedelt

 

 Bereits seit dem Jahr 2005 führt der NABU Neuwied und Umgebung auf dem Gelände der früheren Concordia-Sandhalde in Bendorf-Mülhofen ein Natur-schutzprojekt durch. Das Areal mit einer Gesamtfläche von ca. 5 ha liegt inmitten von Wohn- und Gewerbegebieten und wird seit 1993 nicht mehr von der Thyssen-Krupp Concordiahütte genutzt. Nach Aufgabe der industriellen Nutzung verbuschte das ebenfalls in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet „Hüttenweiher“ befindliche Gelände im Rahmen der natürlichen Sukzession fast vollständig.

Dank extensiver Beweidung mit Burenziegen und mazedonischen Zwergeseln ist es gelungen, eine halboffene Weidelandschaft zu schaffen, die heute vielen geschützten Tierarten wie z. B. Zauneidechsen und Fledermäusen als Lebensstätte und Nahrungshabitat dient. Darüber hinaus wurden zahlreiche Nistkästen angebracht um auch eine Stärkung der avifaunistischen Populationen zu erreichen. Nach Aussage des NABU Neuwied und Umgebung ist man neben diversen Specht- und Singvogelarten insbesondere auf das Turmfalkenpaar stolz, welches seit einigen Jahren hier seine Nachkommen zur Welt bringt und aufzieht.

 Die wiederkehrenden Pflegemaßnahmen der Weidelandschaft, die Reinigung der Nistkästen und nicht zuletzt die Versorgung der Tiere verursacht jedoch nicht unerhebliche Kosten. Gerne war der Landkreis Mayen-Koblenz daher bereit, das Projekt aus Mitteln des Ersatzzahlungsfonds mit einem Betrag in Höhe von 1.250,- € zu unterstützen. Klaus Dingeldein von der unteren Naturschutzbehörde des Kreises weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der NABU Neuwied und Umgebung mit seinem Engagement einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt im Landkreis Mayen-Koblenz leistet.

Gerne würde der NABU Neuwied und Umgebung das Projekt dauerhaft weiterführen. Hierzu werden nach Aussage der 1. Vorsitzenden Ursel Wischnat aber dringend noch Mitstreiter für den Natur- und Artenschutz gesucht.

Überzeugten sich vom Erfolg des Naturschutzprojektes: Klaus Dingeldein (KV MYK),Ursel Wischnat, Günter Hahn, Detlef Wischnat, Winfried Höber, Gabriel Riehl (alle NABU-Neuwied)
Überzeugten sich vom Erfolg des Naturschutzprojektes: Klaus Dingeldein (KV MYK),Ursel Wischnat, Günter Hahn, Detlef Wischnat, Winfried Höber, Gabriel Riehl (alle NABU-Neuwied)

 

Rückblick auf 75 Jahre Naturschutz

 

NABU Neuwied und Umgebung e.V. feiert sein Jubiläum – und die Arbeit geht weiter

 

Seit 75 Jahren gibt es in Neuwied und Umgebung Ehrenamtliche, die sich für den Natur und Umweltschutz engagieren, mit Mähgeräten und von Hand Biotope pflegen, Wissen über die Natur an Kinder weitergeben und fachkundige Exkursionen anbieten. Ein wertvoller Beitrag zum Schutz und zum Erhalt unserer heimischen Artenvielfalt. Die NABU-Gruppe Neuwied und Umgebung feiert Jubiläum.

 

Zwischen 800 und 1000 Nistkästen für Kleinvögel und ca. 600 spezielle Nistkästen für Wasseramseln, Steinkauz, Schleiereulen, Turmfalken und Schwalben wurden in den vergangenen 75 Jahren in Bendorf und Neuwied angebracht und noch heute von den ehrenamtlichen Mitgliedern betreut, schätzt Günter Hahn der ehemalige Vorsitzende der NABU Gruppe Neuwied und Umgebung.

Heute ist der Verein vielseitig tätig, das Thema Naturschutz umfassender und arbeitsintensiv: Die Einrichtung und Betreuung von Krötenzäunen, die Pflanzung und Pflege von Obstbaumhochstämmen – bereits bis 1984 wurden 200 Bäume gepflanzt, Müllsammelaktionen aber auch die intensive Öffentlichkeitsarbeit durch Fachvorträge, Initiierung und Bereitstellung von Infotafeln oder die Organisation von NABU Ausstellungen gehören zum Arbeitspensum der NABU Aktiven. Die Kommunikationmit Naturschutzbehörden  sowie die Verfahrensbeteiligungen nach dem Bundesnaturschutzgesetz fordern den Einsatz und die Fachkenntnisse der aktiven Verbandsmitglieder. Über 100 Beteiligungsverfahren begleitete der NABU seit Anerkennung der Verbände 1986. Arbeit stecken die Naturschützer aber auch in die Biotoppflege. Das NSG Meerheck, der Fieberkleebestand im Sayntal oder das Feuchtgebiet in Meinborn  fordern regelmäßige Arbeitseinsätze der Ehrenamtlichen. Ein ganz besonderes Projekt befindet sich auf der Sandhalde Concordia in Bendorf. Dort dürfen Esel und Burenziegen als tierische Landschaftspfleger für den Naturschutz aktiv werden und das einzigartige Naturparadies mitten in der Stadt erhalten.

Führungen zu den Vogelschutzgebieten im Kreis Neuwied und naturkundliche Themen wie die jährlich stattfindende „Europäische Fledermausnacht“ stoßen auf großes Echo.

Neben Vortragsveranstaltungen insbesondere für Erwachsene können auch Kinder aktiv die Natur erleben. So bedeiligt sich die NABU Kreisgruppe Neuwied in Kooperation mit dem Forstamt Dierdorf auch in diesem Jahr an einer Wald-Wiesen-Wasserfreizeit.

Das Wissen über die Natur, glaubt Ursel Wischnat die 1. Vorsitzende des NABU Neuwied, drohe in Vergessenheit zu geraten. Mit naturkundlichen Exkursionen für Groß und Klein hofft der NABU, dem Wissen über Flora und Fauna auf die Sprünge zu helfen. Mit Pflegemaßnahmen sollen Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschützt, durch Naturbeobachtungen und Bestandserfassungen weitere Kenntnisse über die Natur gewonnen und festgehalten werden. „Man kann nur schützen was man kennt“, beruft sich Ursel Wischnat auf das Motto des NABU-Bundesverbands, das in den rund 2000 Gruppen in Deutschland gelebt wird.

von links: Landesvorsitzender Siegfried Schuch, Ursel Wischnat, Günter Hahn
von links: Landesvorsitzender Siegfried Schuch, Ursel Wischnat, Günter Hahn

Entfernen von Schwalbennester in der Reithalle Neuwied-Oberbieber

 

Am 16.06.2012 wurde der NABU-Neuwied und Umgebung davon unterrichtet, dass in der Reithalle Oberbieber ca. 30 Rauchschwalbennester während der Brutzeit entfernt wurden ( eindeutige Bilddokumentation wurde mitgeliefert ).

Der Vorgang wurde umgehend an die zuständige Untere Naturschutzbehörde

der Kreisverwaltung Neuwied, sowie der örtlichen Presse weitergeleitet.

Bei Nachfrage am 20.06. wurde uns versichert, das der Vorgang an die SGD-Nord

weitergeleitet wurde, da es sich hierbei um eine Straftat handelt und somit ein

Fall für die Staatsanwaltschaft ist.

Unabhängig davon hat dier NABU-Kreisgruppe Neuwied Anzeige gegen Unbekannt

bei der Polizei Neuwied Referat Umweltdelikte erstattet, mit folgender Begründung:

 

 

Verstoß gegen folgende Rechtsvorschriften:

 

Wie alle Vogelarten, unterliegen auch die Rauchschwalben dem Schutz der EG Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG) und dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 39 BNatSchG)

Danach ist es verboten, die Tiere „mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten“ (§39, Abs. 1, Satz1), sowie ohne vernünftigen Grund Lebensstätten wild lebender Tier- und Pflanzenarten zu beeinträchtigen oder zu zerstören“ (§39, Abs. 1, Satz 3).

 

Zudem ist die Rauchschwalbe eine „besonders geschützte“ Art (§ 44 BNatSchG). Nach § 44, Abs. 1, Satz 1 BNatSchG ist es verboten, den „besonders geschützten“ Tierarten „nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören“.

Demnach ist das Entfernen oder Abschlagen der Nester während der Brutzeit ein Verstoß gegen das geltende Bundesnaturschutzgesetz und daher eine Ordnungswidrigkeit.

 

Das Entfernen der Rauchschwalbennester während der Brutzeit ist zudem ein Straftatbestand gemäß Tierschutzgesetz.

 

Das Entfernen 30 Schwalbennester im Juni, also während der Brut- und Aufzuchtzeit der Rauchschwalben (April bis August) hat einen Individuenverlust der Jungtiere sowie eine Beeinträchtigung der lokalen Population zur Folge. Diese Handlung gefährdet den günstigen Erhaltungszustand der Art.

 

Die Einhaltung von Naturschutzgesetzen ist auch für Eigentümer erforderlich, da das Grundgesetz zur Einhaltung gesetzlicher Grundlagen (z.B. sogenannte Sozialpflichtigkeit des Eigentums, Art. 14 GG) verpflichtet und zudem 1994 der Umweltschutz als Staatszielbestimmung in Art. 20 a GG aufgenommen wurde.

 

Die örtlichen Naturschutzbehörden sind gehalten, entsprechende Verstöße gegen das Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung zu ahnden.

 

 

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