Aktiv für mehr Artenvielfalt

Tipps zum Artenschutz zum praktischen und sofortigen Umsetzen

 

NABU gibt praktische Tipps zum Schutz von Feldvögeln

Tschimpke: Landwirte können "Ostervögeln" wie Feldlerche und Kiebitz helfen

 

Berlin - Mit Blick auf die beginnende Brutsaison hat der NABU praktische Handlungsempfehlungen zum Schutz zahlreicher Feldvögel vorgelegt. "Im Gegensatz zu anderen Vogelgemeinschaften leiden die meisten Vogelarten der Agrarlandschaften unter besonders starken Bestandsrückgängen", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. In einigen Teilen Deutschlands seien selbst früher so häufige Arten wie Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche fast verschwunden. Daher sei es dringend erforderlich, konkrete Maßnahmen in unserer Kulturlandschaft zu ergreifen, um die negativen Bestandstrends rückgängig zu machen.

Vor diesem Hintergrund hat der NABU eine Reihe praktischer Handlungsempfehlungen erarbeitet, die von jedem Landwirt zum Schutz der Feldvögel umgesetzt werden könnten. So gibt der NABU Tipps zur naturverträglichen Pflege und Entwicklung von Acker- und Grünlandflächen sowie Brachen, Hecken und Wegrändern. Ferner werden kostengünstige Maßnahmen zum Schutz von Vogelarten wie Feldlerche, Kiebitz, Rebhuhn oder Rauchschwalbe vorgeschlagen.

Nach Auffassung des NABU könnten etwa der Verzicht auf eine zu frühe Mahd von Wegrändern, die Anlage von Blühstreifen, das Belassen von Störstellen im Acker oder die Wiesenmahd von innen nach außen wichtige Beiträge zum Schutz der Feldvögel leisten. Der NABU-Präsident rief die Landwirte auf, sich gemeinsam mit den Naturschützern für den Erhalt der Lebensräume von Feldvögeln einzusetzen. Neben der Durchführung vieler kleiner Maßnahmen müssten auch die agrarpolitischen Rahmenbedingungen so verändert werden, dass der Schutz von Feldvögeln durch die Landwirte stärker honoriert werde. "Wir müssen alles dafür tun, dass wir auch in Zukunft beim Osterspaziergang den Gesang der Feldlerche oder die Flugkapriolen des Kiebitz erleben können", so Tschimpke abschließend.

Die NABU-Materialien sind als pdf unter www.NABU.de kostenlos erhältlich.


Naturschutz praktisch

Herbst

 

Die Spinnen kommen

NABU Rheinland-Pfalz bittet ungeliebte Gäste lebendig vor die Tür zu setzen

 

Es lässt sich nicht leugnen - der Sommer ist vorbei. Sinkende Temperaturen und steigende Luftfeuchtigkeit bringen nicht nur die Menschen dazu, sich wieder mehr in ihre vier Wände zurückzuziehen, das traute Heim wird auch vermehrt von Mitbewohnern besiedelt, die nicht immer herzlich willkommen sind. Zu teilweise heftigen Reaktionen führt der achtbeinige Einmarsch von Spinnen, die darauf hoffen, in einer stillen Zimmerecke mit fetter Beute den Winter zu überstehen.
Der NABU Rheinland-Pfalz bittet, die ungeliebten Nützlinge nicht zu töten und sie im Notfall lebend vor die Tür zu setzen.

In unseren Häusern fühlen sich unter anderem die Hauswinkelspinne und die Zitterspinne recht wohl und befreien uns von lästigen Insekten wie Stechmücken und Stubenfliegen. Die Hauswinkelspinne gehört zum klassischen Ekeltier, da sie groß, dunkelbraun und dicht behaart ist. Schaut man sich das Tier genauer an, wird man schnell feststellen, dass diese Spinne fast nur aus Beinen besteht. Der eigentliche Körper ist nur etwa zwei Zentimeter groß. Also eigentlich kein Grund sich zu ängstigen. Wer diesen Mitbewohner trotzdem nicht dulden will, den bittet der NABU Rheinland-Pfalz, das nützliche Tier nicht mit Pantoffeln, Staubsaugern oder Zeitungen zu traktieren, sondern in einem Glas einzufangen und „nach draußen“ zu bringen.

Vergleichsweise zart gebaut erscheint die Zitterspinne mit ihren dünnen grazilen Beinen und dem kleinen Körper. Obwohl sie also fast regelmäßig als Untermieter anzutreffen ist, fällt sie nicht sehr auf. Häufig bemerkt man die Zitterspinne erst, wenn man zufällig ihr Netz berührt: Sie beginnt zu zittern! Öfter noch als die Spinne selbst fallen allerdings ihre großflächigen Netze auf, vor allem, wenn sie verlassen und nach einiger Zeit verstaubt sind. Dieser eher “schwächeren“ Spinne traut man gar nicht zu, dass sie sich mit großen Gegnern anlegt. Dennoch ist gerade sie es, die in Kellerschächten oder im Keller der Hauswinkelspinne nachstellt. Sie pirscht sich an das Opfer an und bewirft sie mit Fäden. Ist das Opfer in seinen Bewegungen gehemmt, wird es von der Zitterspinne in Rotation versetzt und dabei eingesponnen, bis dann der tödliche Biss angesetzt wird. Es spricht also einiges dafür, zumindest diese Spinne im Haus zu dulden.

Einige andere Spinnen verirren sich eher in unsere Häuser, als das sie diese gezielt aufsuchen. Hierzu zählt beispielsweise die bekannte Kreuzspinne, deren kunstvoll gesponnene Netze man jetzt allerorten auch in Gärten und in Blumenkübeln auf Terrassen und Balkonen beobachten kann und die kleine oft an Hauswänden zu beobachtende schwarz-weiß-gestreifte Zebraspringspinne. Sie sind nicht ans Leben in Häusern angepasst und sterben spätestens, wenn man im Herbst zu heizen beginnt; dann sinkt die Luftfeuchtigkeit, und die Spinnen vertrocknen.

Alle Spinnenarten, von denen es allein in Deutschland rund 1000 gibt, leben räuberisch von der Jagd auf andere Insekten. Sie haben damit eine bedeutende Funktion in der Natur als Regulator der Insektenfauna. Eine Ahnung davon, wie wichtig Spinnen im Naturhaushalt sind, bekommt man, wenn man frühmorgens die von Tautropfen schweren, unzähligen Spinnennetze auf einer Wiese betrachtet - ein wunderschöner Anblick für jeden Spinnenfreund.

Die interessante Broschüre „Spinnen – Faszination auf den zweiten Blick“ mit vielen Informationen rund um Spinnen gibt es für 6 x 55 Cent Briefmarken beim NABU Rheinland-Pfalz, Postfach 1647, 55006 Mainz

Winterfütterung

[NABU-RLP] Sobald es im Spätherbst draußen ungemütlich wird, die Nachttemperaturen auf den Nullgradwert abzusinken drohen und sich sogar die ersten Schneefälle ankündigen, fragen sich viele Menschen, was sie für die frierende Vogelwelt in ihrer Umgebung tun können.

"Gegen die richtige Winterfütterung von Vögeln ist nichts einzuwenden", erklärt Siegfried Schuch, Landesvorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz. Vögel zu füttern und zu beobachten sei eine gute Möglichkeit, den Kontakt zur Natur herzustellen und sich mit Tieren und ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. "Solange die Tiere jedoch noch selbst in der Lage sind, auf dem Erdboden Insekten oder Körner zu finden, brauchen sie keine Hilfe von Menschen", so Schuch weiter.

Immer wieder tauchen schon ab September jeden Jahres, also noch bevor die ersten Fröste einsetzen, Empfehlungen auf, die bei uns überwinternden Vogelarten durch ein regelmäßiges Futterangebot an das Vogelhaus zu gewöhnen, um sie dann den ganzen Winter hindurch zu füttern. Diese falsch verstandene Tierliebe hilft allenfalls der Futtermittelindustrie (Umsatz jedes Jahr: mehrere hundert Millionen Euro), nicht jedoch den Vögeln.

Denn fast immer wird übersehen, dass die hier überwinternden Vögel wichtige Funktionen im Naturhaushalt übernehmen. So erbeuten sie auch im Winter Insekten und leisten damit einen Beitrag zur natürlichen Schädlingsbekämpfung, erklärt Siegfried Schuch. "Durch die Winterfütterung werden die Vögel von ihrer eigentlichen und natürlichen Futterquelle abgelenkt. Statt Blattlauseier fressen sie nun Pinienkerne, was zu unerwünschten Auswirkungen auf die natürlichen Kreisläufe in den Gärten und Siedlungen führt, wenn im Frühjahr der Wettlauf zwischen Pflanzen und Insekten beginnt."

Wer füttern möchte, weil er sonst wildlebende Vögel nicht so nah zu Gesicht bekommt, sollte jedoch einige Grundregeln beherzigen, damit er seinen Gästen nicht mehr Schaden zufügt, als er ihnen hilft:

  • Füttern Sie nur bei geschlossener Schneedecke oder anhaltendem Frost.
  • Stellen Sie die Futterstelle wind- und regengeschützt sowie vor Beutegreifern und Straßenverkehr sicher auf. Es darf keine ständige Störung durch vorbeigehende Spaziergänger erfolgen. Die Vögel verbrauchen unnötig Energiereserven, wenn sie fortwährend auffliegen. Und: Die nächste Glasscheibe sollte min- destens 2 Meter weit weg sein.
  • Futterstellen sauber halten, Kot darf nicht ins Futter gelangen; täglich nur wenig nachfüttern. Futter nicht auf den Boden streuen – durch den Kot der Vögel kommt es schneller zur Übertragung von Krankheitserregern. Herkömmliche Futterhäuschen regelmäßig mit heißem Wasser reinigen.
  • Keine salzhaltigen oder gewürzten Speisereste (z.B. Brot, Käserinde) füttern – die Vögel verdursten sonst. Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Ammern bevorzugen Sonnenblumenkerne und Freiland- Futtermischungen. Für Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Meisen, Amseln und Zaunkönige eignen sich Rosinen, Obst, Haferflocken, Kleie und Meisenknödel.

Am besten ist es aber, man verwendet das Futtergeld für die Investition in beerentragende Sträucher und Bäume, mit denen der Vogelwelt langfristig geholfen werden kann. Im Garten angepflanzt, bieten Schwarzer Holunder, Stechpalme und Konsorten nicht nur eine Augenweide für alle Jahreszeiten, sondern bilden auch eine natürliche Nahrungs- und Lebensgrundlage für Vögel und andere Tiere. Auch dicke Laubschichten, in denen Insekten versteckt sind, und abgeblühte Samenstände von Stauden bieten den überwinternden Vogelarten ein reichhaltiges Nahrungsangebot.

Weitere Informationen bietet die 64-seitige Farbbroschüre "Vögel im Garten" (DIN A5), zu bestellen gegen Einsendung von sechs 55-Cent-Briefmarken beim NABU Rheinland-Pfalz, Postfach 1647, 55006 Mainz oder im Internet unter www.NABU-RLP.de


Tiere suchen Herbergen

Lebensretter Laub

 

Neuwied – Der Naturschutzbund (NABU) gibt Tipps und Anregungen wie Gartenbesitzer Tieren über den Winter helfen können. Auch zum Ende des blühenden Gartenjahres können Sie unserer Natur und Umwelt hilfreich zur Seite stehen. Vergessen Sie deshalb bei Aufräumarbeiten in Ihrem grünen Reich nicht die Tiere. Unter Sträuchern und Hecken belassene Laubstreu bietet vielen Arten Nahrung und Schutz vor der Kälte. Im Herbst suchen Tiere eine Herberge für den Winter. Igel brauchen für den Winterschlaf Haufen aus Laub und Reisig. Im Sommer danken sie es, indem sie gefräßige Nacktschnecken von den Salatköpfen. Unter dem auf Beeten und unter Bäumen verteilten Laub finden Regenwürmer, Käfer, Molche, Raupen und Falter einen Unterschlupf. Milliarden von kleinen Laubfressern sind unerlässliche Helfer für die Bodenaufbereitung. Schmetterlingsarten wie Tagpfauenauge oder der große und kleine Fuchs, unsere ersten Frühlingsboten, überwintern als Falter und suchen bevorzugt Holzstapel, Erdhöhlen oder hohle Bäume auf. In den Gartenteich gesellen sich Frösche und Kröten, die im Sommer schöne “Konzerte” veranstalten. Auch sie fangen wie die Igel Schnecken. Dazu reicht es jetzt völlig aus, am Teich ein paar unbearbeitete Stellen mit Pflanzenstängeln? stehen zu lassen. Blattläuse werden von der Florfliege vertilgt. Sie überwintern gern in Schuppen und auf Speichern. Es wäre also für diese Insekten hilfreich mit dem Hausputz bis zum nächsten Frühling zu warten. Damit sparen sie sich Arbeit und Zeit und den Florfliegen die “chemische Keule”. Andere Tiere brauchen im Winter dringend Nahrung zum Überleben. Lassen Sie Samenstände von Gräsern, Stauden oder Disteln stehen. Im Winter können sie dann den gefiederten Freunden bei der Nahrungssuche zuschauen. Vögel finden auch unter winterlichem Laub auf Beeten immer noch Insekten. Nicht zuletzt kommen die Laubschichten auch den Bäumen zugute, da der Frost nicht so tief in Boden eindringen kann und dem Boden Nährstoffe zurückgeben werden. Jeder noch so kleine Garten bietet andere und neue Varianten für Unterschlüpfe. Ihrer Fantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt.


Der Maulwurf: Ein verkannter Freund des Gärtners

Der NABU informiert über einen viel diskutierten Erdbewohner:

 

Der Boden lebt! So mancher Gartenfreund hat dies schon auf besonders auffällige Weise erfahren: Innerhalb weniger Stunden türmen sich plötzlich schwarzbraune Erdhaufen auf dem wohlgepflegten Rasen. Verursacher ist der Maulwurf. Im zeitigen Frühjahr sind die Tiere besonders aktiv, denn nun erneuern sie ihre unterirdischen Gänge. Viele Gartenbesitzer greifen dann zu teilweise drastischen Mitteln, um den unerwünschten Bewohner zu vertreiben. "Dabei gehört der europäische Maulwurf nach den Bundesartenschutzverordnungen zu den besonders geschützten Tierarten und darf nicht verfolgt und getötet werden", so Siegfried Schuch, Vorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz. Tatsächlich sei der Maulwurf für den Gärtner ausgesprochen nützlich.

Der tag- und nachtaktive Maulwurf ist ein reiner "Fleischfresser". Er schädigt auch keine Pflanzen, indem er deren Wurzeln anknabbert, wie so mancher meint. Der bis zu 17 Zentimeter große, walzenförmige Einzelgänger lebt fast ausschließlich unterirdisch. Ein weit verzweigtes Röhrensystem mit einer Größe von 300 - 3000 Quadratmetern dient als Jagdrevier. Bei der Nahrungssuche hilft dem fast blinden Maulwurf ein hervorragender Tast- und Geruchssinn sowie ein ausgezeichnetes Gehör. So macht eine Insektenmade, die in einen Maulwurfsgang fällt, für ihn ein ‘lautes Geräusch‘. Wie eine schnelle U–Bahn ‘fährt‘ er dann durch seine Tunnel und frisst den Eindringling. Zum Speiseplan des Maulwurfs gehören eine Menge Tiere, die in Gartenbeeten mehr Schäden anrichten würden als dessen Wühlarbeit: Schnecken und -eier, Engerlinge und Insektenlarven. "In einem Jahr vertilgt er bis zu 36 Kilogramm Kleinlebewesen", erzählt der Landesvorsitzende. Wühlmäuse vertreibt er aus seinem Revier.

Der Maulwurf gräbt von seinem Hauptnest aus je nach Beutevorkommen ständig neue Röhren. In einer einzigen Nacht kann er Tunnel von fast 100 Meter Länge anlegen. Dabei setzt er seine Vorderbeine ein, die zu mächtigen Grabschaufeln umgewandelt sind. Mit den scharfen Krallen seiner fünf ‘Finger‘ kratzt er Erde auf und drückt sie dann mit den breiten Handflächen an den Röhrenwänden fest. Wenn sich die losgelöste Erde zu stark anhäuft gräbt das Tier einen Gang an die Oberfläche und befördert diese durch kräftige Stöße mit dem Kopf nach draußen. Die so entstehenden Maulwurfshügel dienen der Belüftung des Gangsystems. Deshalb nützt es wenig, so Schuch, diese flachzuklopfen – das Tier muss dann neue Hügel aufwerfen. Außerdem hilft die Wühlarbeit dem Gärtner das Erdreich aufzulockern. Darüber hinaus wirken die unterirdischen Röhren auch als Drainagesystem.

Nicht zuletzt gilt die Erde von Maulwurfshügeln – pur oder mit etwas Kompost vermischt – als beste Erde für Blumenkästen und -töpfe. So meint der NABU, dass man dem kleinen, fleißigen Helfer den ein oder anderen Hügel auf der Wiese ruhig nachsehen sollte.


Pflanzen in ihrem Garten über die sich Fledermäuse freuen

Nachtschwärmer lieben es duftend

 

Fledermäuse haben es in unserer intensiv genutzten Landschaft schwer, um zu überleben, sowohl was die passende Quartiersuche als auch das knappe Nahrungsangebot angeht. "In der Forst- und Landwirtschaft werden chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die ihre Hauptnahrungsquelle dezimieren" so Siegfried Schuch, Landesvorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz. Praktischer Fledermausschutz kann aber eigentlich von jedem Garten-/Balkonbesitzer betrieben werden. Denn was unsere Sinne dank der Farbenfülle und Düfte betört oder als Kräuter gut schmeckt stellt für die Fledermäuse eine gute Nahrungsquelle dar.

Die duftende Nachtviole, die weiße oder rote Lichtnelke und die sich am Abend eindrucksvoll entfaltenden gelben Blüten der Nachtkerze verströmen am Abend ihren Duft. Mit dem schön blühenden und einfach zu kultivierenden Waldgeißblatt oder Jelängerjelieber sind Pergolen ein duftender Sichtschutz oder bilden anstelle einer grauen Hauswand einen Blickfang. Auch Türkenbundlilie und Wildrosen sind eine Zierde. Ein abwechslungsreicher Kräutergarten oder ein kleines Beet mit Borretsch, Majoran, Minze, Salbei und Schnittlauch ist nützlich für Mensch und Fledermaus! Der Nutzen für die Fledermaus?

Nachtaktive Insekten werden von diesen besonderen Pflanzen angezogen und wenn es da lebendig zugeht freuen sich Fledermäuse über einen reichhaltigen und ausgewogenen Speiseplan. Sie vertilgen täglich bis zu einem Drittel ihres Körpergewichtes und zwar genau die Insekten, die uns so lästig sind; mit Recht kann man Fledermäuse also auch als biologische Insektenvernichter bezeichnen. Die kleine Zwergfledermaus wiegt zwar nur soviel wie 2 bis 4 Gummibärchen (3 bis 8 Gramm) aber die Mausohr-Fledermaus bringt immerhin schon soviel wie 10 bis 20 Gummibärchen auf die Waage. Umgerechnet auf Schnaken sind das schon ganz schöne Mengen.

Informationen im Internet www.fledermausschutz.de


Schmetterlinge als Haustiere

/NABU-RLP/Für viele Tiere ist der Herbst die Jahreszeit, in der sie sich ein geeignetes Quartier für ihre Winterruhe suchen. Was wenige wissen: Auch einige heimische Schmetterlingsarten, wie das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs gehören zu den Tieren, die hierzulande überwintern. Baumhöhlen sind ideale Winterbehausungen, da diese jedoch selten geworden sind, suchen die Falter auch Unterschlupf in Gebäuden. "In Kellern, Garagen und Scheunen lassen sich die Tiere dann an Balken oder Wänden sitzend beobachten", weiß Wilfried Hasselbach, Schmetterlingsexperte des NABU Rheinland-Pfalz. Seltener hätte man das Glück überwinternde Zitronenfalter zu sehen. Diese Art würde auch frostige Temperaturen unter Laub versteckt im Freien überstehen.

Die Flügel nach oben geklappt, die Körperfunktion heruntergefahren – in dieser Ruhestellung verharren die Schmetterlinge bis die ersten warmen Frühlingstage sie wecken. "Jeder, der jetzt ein Tagpfauenauge oder einen Kleinen Fuchs in dieser Position findet, sollte ihn unbedingt in Ruhe lassen und darauf achten, dass während der Ruheperiode die Temperatur in seiner Umgebung nicht über 5 Grad steigt", so Hasselbach. "Denn sonst flattert der Falter umher und verhungert, weil er keine Nahrung finden kann." Falls er sich an einem Ort niederlässt, an dem es wärmer werden könnte, sei die beste Lösung, ihn mittels einer Schachtel an einen wettergeschützten und kühlen Ort (z.B. Garage, Speicher) zu verfrachten, an dem er ungestört weiterschlafen kann.

"Dort darf es ruhig mal richtig kalt werden, denn Schmetterlinge überleben auch Temperaturen unter 0° C", weiß Hasselbach. Sie würden dazu vor Wintereinbruch den Gefrierpunkt ihrer Körperflüssigkeit mit Hilfe einiger chemisch-physikalischer Tricks herabsetzen: So konzentrierten sie beispielsweise ihren Körpersaft durch verstärktes Ausscheiden von Wasser. Eventuell lagerten sie zusätzlich - wie andere Insekten auch - Glycerin in ihren Zellen ab. Hier würde die als Frostschutzmittel bekannte Substanz dann die gleiche Wirkung wie im Kühlwasser der Autos entfalten. "Ab März dann - an den ersten warmen Frühlingstagen - sollte man jedoch nicht vergessen, den aus ihrer Winterruhe erwachenden Faltern eine Möglichkeit des Ausfluges zu bieten", so Hasselbach.

Die meisten heimischen Schmetterlingsarten überwintern jedoch als Ei, Raupe oder Puppe. Beliebte Winterquartiere für diese Schmetterlingsstadien finden sich auch in Gärten. "Wer seinen Garten schmetterlingsfreundlich gestalten möchte, sollte auf das Ausreißen verblühter Kräuter und Stauden verzichten. Denn Tagfalter, wie z.B. der Schwalbenschwanz, überwintern als Puppe bevorzugt an Wilder Möhre, Kleiner Bibernelle, Fenchel oder an der Gartenraute." Er rät zudem vom Umgraben des Bodens ab, da sich dort einige Falterarten als Raupe eingraben und verpuppen.

Ein Willkommensgruß für Schmetterlinge, die im Frühjahr wieder auf Nahrungssuche gehen, seien besonders einheimische Wildkräuter und Gehölze. Weidenkätzchen, Obstbäume, Schlehen und Weißdorn gehörten zu ihren bevorzugten Nahrungspflanzen.


Nächtliche Konzerte am Gartenteich

Der NABU bittet um Nachsicht

 

/NABU Pressedienst/ Die Jahreszeit bringt es mit sich, dass aus Nachbars Gartenteich der mehr oder minder melodische Liebesgesang der Frösche erklingt. Während mancher die amphibischen Arien als Bereicherung empfindet, sieht sich ein anderer durch das Gequake in seiner Nachtruhe gestört. Und schon ist der Streit vorprogrammiert.

Hier sieht Siegfried Schuch, Vorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz, zwei Entwicklungen aufeinandertreffen: "Der naturnahe Garten und mit ihm der Gartenteich haben im Zuge der Ökowelle der letzten Jahre Aufwind bekommen, und nicht wenige Gartenteichbesitzer sind stolz auf den Artenreichtum in ihrem Kleinbiotop. Dem steht das ebenfalls nicht zu leugnende Anwachsen der Naturentfremdung der Gesellschaft gegenüber." Dabei wird nicht nur das nächtliche Brautwerben von Kermit und Co. als Belästigung empfunden. Auch das "Unkraut" in Nachbars Garten, die "Unordnung" in wenigen Ecken des Stadtparks und das Verschmutzen des Hofpflasters durch Schwalbenkot werden als unzumutbare Belästigung empfunden und zum Teil vor den Kadi gebracht. Für die Justiz bedeutet diese Auseinandersetzung keine leichte Aufgabe. Im Fall der Frösche musste das Gericht zwischen den Regelungen des bürgerlichen Gesetzbuches, die den Menschen vor "wesentlichen Beeinträchtigungen" aus dem Nachbargrundstück schützen sollen und dem Bundesnaturschutzgesetz, das die Amphibien unter Schutz stellt, abwägen. "Der Bundesgerichtshof hat das Froschkonzert als ´nicht entschädigungspflichtigen Lärm` definiert und damit die Rechte der Natur gestärkt", weiß Schuch Positives zu berichten. Unabhängig von der rechtlichen Seite dieser Auseinandersetzung hat er einen Vorschlag für alle Froschnachbarn: Versuchen Sie doch einfach das Froschkonzert als ein bereicherndes Stück Lebensqualität anzusehen und positiv anzunehmen. Denn auf jeden Fall ist es ein Zeichen dafür, dass es in ihrer Nachbarschaft noch lebendig zugeht. Und ganz nebenbei hat auch der Mensch etwas von den Fröschen in seiner Umgebung. Ohne diese Tiere würden wir wohl von den Stechmücken weitaus mehr belästigt werden und schlaflose Nächte erleben. Außerdem ist es ja kein Dauerzustand, die Konzerte finden nur bei schönem, warmen Wetter statt und sind gegen Ende Juli beendet!


NABU warnt vor falscher Igelhilfe

Unterschlupf statt Hausarrest

 

[NABU-RLP] Mit den sinkenden Temperaturen zu Winteranfang fragen sich wieder viele Menschen beim Anblick eines Igels, ob das Stacheltier denn auch heil über den Winter kommen wird. "Für gesunde Igel ist das kein Problem", sagt Siegfried Schuch, Landesvorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz. "Sie haben sich eine dicke Fettschicht angefressen, von der sie in ihrem Winterschlaf lange zehren können. Was sie jetzt also wirklich brauchen ist ein passendes Winterquartier". Eine genügende Auswahl an Unterschlupfmöglichkeiten bieten naturnah gestaltete Gärten mit ihren Hecken, den Reisig-, Holz- und Steinhaufen.

Das Einsammeln von Igeln ist überflüssig, nur unterernährte Tiere mit weniger als 1 Pfund Gewicht können in fachkundigen Händen erfolgversprechend gepflegt werden. Es gehört zum natürlichen Lauf der Dinge, dass kranke und schwache Tiere den Winter nicht überleben. Diese Verluste helfen mit, den Bestand als solchen gesund und lebensfähig zu erhalten. Wer Igeln also wirklich helfen will, kann im eigenen Garten für den notwendigen Lebens- und Nahrungsraum sorgen. Hier gilt die Devise, je naturnäher um so besser. Igel besiedeln gerne vielfältig gestaltete Naturgärten, in denen heimische Pflanzen wachsen und kein Schneckenkorn oder andere chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Das was in den meisten deutschen Gärten an Ziersträuchern wächst wird bereits unfruchtbar gezüchtet oder die Früchte werden nicht reif; die Blätter sind für die heimischen Insekten ungenießbar. Auf den heimischen Gewächsen jedoch tummeln sich Insekten und Spinnen, so dass der Igel einen reich gedeckten Tisch findet. Igel leisten einen ganz wichtigen Beitrag zur Regulierung von "Schädlingen" - ganz oben auf ihrem Speiseplan stehen nämlich Schnecken, Raupen auch Mäuse.


Erste Hilfe für Fledermäuse: NABU Rheinland-Pfalz gibt Tipps für den Umgang mit verletzten oder verirrten Fledertieren

 

[NABU-RLP:]Ende des Sommers ist Fledermaushochsaison. Mit etwas Glück lassen sich in der Dämmerung die schwarzen Silhouetten von Zwergfledermaus, Langohr oder Mausohr am Himmel entdecken. Doch manchmal trifft man auch unverhofft persönlich auf einen oder gar mehrere Vertreter dieser wendigen Flugkünstler. Dann nämlich, wenn Mensch eine verletzte Fledermaus findet oder sich eine Gruppe junger Zwergfledermäuse ins heimische Wohnzimmer verflogen hat. "Kein Grund zur Panik", beruhigt René Reifenrath, Sprecher des Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz. Mit wenig Aufwand könne jeder bei einer erschöpften oder verletzten Fledermaus erste Hilfe leisten oder sie aus ihrer misslichen Lage befreien.

Wie helfe ich einer verletzten oder geschwächten Fledermaus?

Zuerst sollte die Fledermaus an einen sicheren Platz gebracht werden. Geschützt durch Handschuhe oder durch Zuhilfenahme eines Tuches kann man sie in eine Schachtel mit kleinen Belüftungslöchern setzen. Diese dann gut verschliessen: Fledermäuse sind Ausbruchskünstler! Die Schachtel vorher noch mit einem zusammengeknüllten, nicht fusselnden Tuch ausstatten und schon fühlt sich der Findling sicher, weil er sich verkriechen kann. Alternativ zur Schachtel ist auch ein Baumwollbeutel als Zuflucht möglich, der fest verknotet wird. Zuvor sollte man den entkräfteten Tieren Wasser anbieten. Reifenrath: "Dazu kann man der Fledermaus einen Wassertropfen auf einem Streichholzende an das Maul halten. Besser geht es allerdings mit einer feinen Pipette. Wenn die Tiere nicht zu kühl und lethargisch sind, werden sie es dankbar auflecken." Allerdings sollte kein Wasser in die Nasenlöcher gelangen; wenn die Fledermaus nicht von sich aus trinkt, bedrängt man sie besser nicht weiter.

Um Hund & Katze erst gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen zu lassen: Ab mit dem Gast an einen sicheren schattigen Platz. Keinesfalls sollte man ohne Rücksprache mit einem Fledermauskenner Nahrung geben. Zunächst muss geklärt werden, ob es sich um ein erwachsenes oder ein Jungtier handelt. Sollte kurzfristig kein Ansprechpartner erreichbar sein, kann man erwachsenen Tieren Mehlwürmer anbieten. Eindeutige Jungtiere erhalten notfalls vorübergehend Kuhmilch, oder besser eine Welpenmilch z.B. "Esbilac". Futteralternativen, wie Katzenfutter, Katzenaufzuchtsmilch etc. sind gänzlich ungeeignet und führen schnell zum Tod! Die Nahrungszufuhr ist in der Regel nicht vordringlich, deshalb ist es besser kein, als das falsche Futter anzubieten.

Bei allen Hilfsmaßnahmen ist zu bedenken, dass Fledermäuse Wildtiere sind, die sich gegen vermeintliche Feinde verteidigen. Der Versuch, eine Fledermaus in die Hand zu nehmen, stellt für die Tiere einen Angriff dar. Die Fledermäuse versuchen durch Beißen sich des Angreifers zu erwehren. Da die Tiere ein spitzes Insektenfressergebiss besitzen, können Verletzungen entstehen. "Fledermäuse sollten deshalb nur mit Handschuhen angefasst werden", rät der Experte. Dies würde zudem das geringe Risiko ausschließen, sich mit der fledermauseigenen Tollwut zu infizieren, die durch Bisse übertragen wird. Allerdings tauche der Fledermaustollwutvirus nur sehr selten auf. Aus Rheinland-Pfalz liegen bislang keine Nachweise vor. Von Tieren, die lediglich ihr Quartier am Wohnhaus haben und nicht in die Hand genommen werden, gehen keinerlei gesundheitliche Gefahren aus.

Wie werde ich tierische Besucher wieder los?

Von den Fledermausarten, die in Rheinland-Pfalz vorkommen, neigt nur die Zwergfledermaus dazu, in Zimmer zu fliegen. Mit zusammengefalteten Flügeln ist sie kleiner als ein Daumen und so leicht wie zwei Stück Würfelzucker. Meistens fliegen nur einzelne Individuen in ein Zimmer hinein. In seltenen Fällen können es jedoch auch über hundert Individuen sein.

Meist sind es unerfahrene Jungtiere, die auf der Suche nach einem geeigneten Quartier durch gekippte Fenster in die Wohnungen gelangen. Findet man tagsüber Fledermäuse in der Wohnung, sollte man am kommenden Abend die Fenster weit öffnen und beobachten, ob die Tiere von alleine den Weg hinaus finden. Die Wohnung sollte auf jeden Fall nach Fledermäusen abgesucht werden, die vielleicht nicht mehr ausfliegen können. Die Zwergfledermaus ist ein Spaltenbewohner und versteckt sich gerne in den Falten von Gardinen und Vorhängen, hinter Bildern oder in Vasen. Speziell aus Vasen, oben offenen Taschen u.ä. können die Fledermäuse nicht mehr flüchten. So können Todesfallen entstehen; die Fledermäuse vertrocknen und verhungern, wenn man sie nicht frühzeitig findet. Man kann einzelne Tiere auch mit einem Handschuh vorsichtig greifen und in der Dämmerung im Freien fliegen lassen. "Die Tiere sollten allerdings immer selbständig starten und nicht hochgeworfen werden", so René Reifenrath.

Kontakt

Wenn Sie eine Fledermaus gefunden und vorläufig in Sicherheit gebracht haben, sollten Sie sich an einen Ansprechpartner des Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz wenden. Hier weiß man über Alter, mögliche Verletzungen, Krankheiten und die nötige Umgangsweise mit Ihrem Findling gut Bescheid und hilft gerne.

Auch wenn sich "Zwerge" in die Wohnung verirrt haben, stehen die ehrenamtlichen Artenschützer zur Verfügung.

Adresslisten für jeden Kreis im Land finden Sie unter: www.fledermausschutz-rlp.de

Sie können sich übergreifend aber auch an folgende Ansprechpartner wenden:
ehem. Reg.-Bez. Koblenz: Astrid Fölling, Tel.: (06131) 86 535, E-Mail: rreifenr@mainz-online.de
ehem. Reg.-Bez. Trier: Birgit Gessner, Tel.: (0651) 99 40 334, E-Mail: info@naturgartenplanung.de
ehem. Reg.-Bez. Rheinhessen-Pfalz: Hans König, Tel.: (06352) 78 99 72

Eine Din A5-Broschüre (farbig, 24 Seiten) inkl. einer Anleitung zum Bau eines Nistkastens gibt es für 3 Euro (in Briefmarken) bei NABU Rheinland-Pfalz, Postfach 1647, 55006 Mainz oder als Bestellung übers Internet (gegen Rechnung): www.NABU-RLP.de

 

 

Laut einer Eurobarometer-Umfrage empfinden mehr als 90 Prozent der Europäer eine moralische Verpflichtung, die biologische Vielfalt zu erhalten. Und sie haben Recht! Der Mensch braucht sauberes Trinkwasser, reine Luft, gesunde Nahrung, gutes Klima und eine lebenswerte Umwelt. Doch diese Service-Leistungen der Natur gibt es nicht ohne Schutz der biologischen Vielfalt. Damit schützen wir auch uns selbst.

 

Tipps zum Artenschutz

Willkommen Wolf

Helfen Sie mit, dass Wölfe in Deutschland wieder eine Heimat finden

Der NABU will frei lebenden Wölfen in Deutschland wieder einen dauerhaften Lebensraum schaffen. Zu diesem Zweck hat der NABU ein Aufklärungs-Projekt für mehr Akzeptanz und zum Schutz der Wildtiere gestartet. Die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern zeigen, dass Wölfe sich sehr gut an unterschiedliche Lebensräume anpassen können.

 

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