Landschaftspflege

Beispiel: Obstbaumschnitt

Egal, ob 500 neue Hochstämme für den Erwerbsobstbau oder ein einzelner für den Reihenhausgarten: Qualität ist auch bei Bäumen wichtig. Mindestens 1,80 Meter Höhe sollte der Stamm des jungen Bäumchen bis zum ersten Ast haben. Damit wird später die Mahd der Obstwiese mit dem Trecker oder die Beweidung mit Schafen und Rindern erheblich erleichtert. Außerdem macht es eine große Stammhöhe wahrscheinlicher, dass einige Jahrzehnte später Spechte ihre Höhlen im Baum bauen.

 

Service und Adressen rund um Streuobst

Natürlicher Wintermantel für Stauden und Zwiebeln

Herbstlaub ist kein Abfall

 

Im Oktober ist es wieder so weit – in den schönen Farben des Herbstes fallen die Blätter von den Bäumen und Sträuchern. Kleine Kinder erfreuen sich noch daran, in den Parks sammeln sie eine Hand voll auf und tragen sie stolz eine Weile auf dem Spaziergang mit herum. Hausbesitzer haben in der Regel keine Freude daran, müssen sie sich doch darum kümmern, dass insbesondere bei feuchter Witterung der vergammelte rutschige Belag von den Gehwegen verschwindet. Aber Gartenbesitzer sollten im fal-lenden Laub keine lästige Begleiterscheinung des Herbstes sehen, die mit Arbeit verbunden ist, sondern sollten es liegen lassen zum Schutz von Tieren und Pflanzen.

„Leider ist in den Augen vieler Menschen das Herbstlaub einfach nur Abfall“, bedauert Siegfried Schuch, Landesvorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz. Dabei hat es absolut nichts in der Mülltonne verloren. Zusammengerechte Laubhaufen sind für viele Tiere eine notwendige Überwinterungshilfe, wie z.B. für Igel und Larven vieler Schmetterlinge. Verteilt auf Beeten und unter Bäumen finden dort Regenwürmer, Spinnen, Käfer, Molche, Raupen und Falter einen Unterschlupf. Diese Kleintiere sind unerläßliche Helfer, was die Bodenaufbereitung angeht. Die ökologischen Schäden durch die motorisierten Laubsauger, die durch die Gärten mit der Lautstärke eines Presslufthammers rattern, sind enorm: Millionenfach werden die kleinen Lebewesen zusammen mit dem welken Laub aufgesaugt und zerstückelt – ein unersetzlicher Verlust.

Das Laub einfach liegen lassen (schöner Nebeneffekt für den Gartenbesitzer: keine Arbeit!) oder zum Rechen zu greifen schützt Stauden, Zwiebeln und den Rasen vor Frostschäden und verhindert das Austrocknen des Bodens.


Wildpflanzen in der Küche: Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger

NABU warnt vor Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen und Herbstzeitloser

 

Der Bärlauch ist in den vergangenen Jahren in der Frühjahrsküche immer beliebter geworden. Seine nach Knoblauch schmeckenden Blätter lassen sich zu allerlei leckeren Speisen verarbeiten. Sie schmecken frisch auf dem Butterbrot, als Pesto zu Nudeln, in Salaten und Suppen.

/NABU-RLP/ Der Bärlauch wächst in Wäldern an schattigen, feuchten Standorten. Oft bedeckt er große Teile des Waldbodens, so dass schnell genügend Blätter für eine Mahlzeit gesammelt werden können. Am besten schmecken die noch jungen Blätter. "Doch Vorsicht!" warnt Heike Heinemann vom NABU-Landesverband. "Immer wieder wird der Bärlauch mit dem Maiglöckchen oder der Herbstzeitlosen verwechselt." Diese beiden Pflanzen sind giftig und dürfen auf keinen Fall gegessen werden. Im Wald können sie an den gleichen Standorten wie der Bärlauch wachsen. Sie unterscheiden sich von ihm jedoch im Geruch: Während die Blätter des Bärlauchs intensiv nach Knoblauch riechen wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt, sind die Blätter von Maiglöckchen und Herbstzeitloser geruchlos.

Nur wer die Bärlauchpflanzen sicher erkennen kann, sollte sie sammeln. Bestimmungsbücher mit Abbildungen der Pflanzen können beim Erkennen helfen. Und selbstverständlich sollten die Blätter vor der weiteren Verarbeitung gründlich gewaschen werden. Kommt es trotz aller Vorsicht nach dem Verzehr von Bärlauch zu Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Durchfall sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Neben dem Schutz der eigenen Gesundheit sollte beim Sammeln des Bärlauchs und anderer Wildpflanzen auf den Schutz der Natur geachtet werden. "Sammeln Sie nicht in Naturschutzgebieten und nehmen Sie nur soviel mit, wie Sie auch essen möchten. Lassen Sie außerdem an jedem Standort Pflanzen stehen", bittet Heinemann. "Dann ist dafür gesorgt, dass Sie auch in den kommenden Jahren das leckere Frühjahrsgemüse genießen können."


Die Quitte - eine Frucht mit Charakter

[NABU-RLP] In manchem Obstgarten leuchten Anfang Oktober die goldgelben Früchte der Quitte. Einst war die Frucht als Heilpflanze hochgeschätzt, heute kennt man sie meist nur noch als Grundlage für Marmeladen oder Gelees. Früher galt die Quitte auch als Glücks- und Fruchtbarkeitssymbol. Leider hat sie im Laufe der Zeit viel von ihrem guten Ruf eingebüßt. Zu Unrecht, denn ihr Aroma ist verführerisch und ihre Verwendungsmöglichkeiten in der Küche sind sehr abwechslungsreich, obwohl die Früchte roh ungenießbar sind.

Die Quitte gehört wie der Apfel und die Birne zum Kernobst und damit botanisch zur Familie der Rosengewächse. Ihre großen, weiß bis zartrosa, kelchartig nach oben gewölbten Blüten zieren die Quitte von Mai bis Juni. Im Oktober werden die aromatisch duftenden, birnen- oder apfelförmigen Früchte geerntet. Das harte Fruchtfleisch mit einem stark säuerlich-herben Geschmack entfaltet nach dem Kochen und Süßen sein typisches Aroma. Der wollige Belag auf der empfindlichen Fruchtschale lässt sich leicht abreiben. Die Quitte wächst strauch- bis baumartig und ist daher auch für kleinere Gärten geeignet. Wegen ihrer Selbstfruchtbarkeit ist nur eine Pflanze notwendig. Für den Standort sollte ein geschützter Platz ausgewählt werden, denn das Holz ist frostempfindlich. Da die Quitte kaum von Schädlingen und Krankheiten befallen wird und nur einen geringen Pflegeaufwand bedarf, eignet sie sich hervorragend für jeden naturnahen Obstgarten.

Obstbäume liefern nicht nur leckeres Obst und beleben den Garten, sie bieten zudem zahlreichen Tierarten eine Heimat. Auch die Pflege von Blumenwiesen, die Anlage von Hecken und Feldgehölzen sowie die "naturbewusste" Gestaltung und Bewirtschaftung des Hausgartens schaffen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Ein naturnaher Garten ist aber immer auch ein Erlebnisraum für den Menschen.


Nektar- und pollenreiche Gartenpflanzen

Vor allem spät blühende Stauden könnten das Massensterben von Hummeln im Juli und August eindämmen

 

Hier eine kleine Liste von geeigneten Spät- und Dauerblühern:

  • Die Artischocke (Cynaria scolymus) kennen die meisten Mitmenschen nur vom Gemüsestand. Ihre großen, attraktiv blau-violetten Blüten sind eine reiche Nahrungsquelle für Hummeln und Bienen aller Art. Die Art ist zweijährig, im ersten Jahr erscheint also nur eine Blattrosette und im zweiten Jahr wächst sie dann auf rund zwei Meter Höhe an.
  • Die blau blühende, bis einen Meter hohe Bartblume (Caryopteris spec.) lässt sich gut als Kübelpflanze verwenden. Nach der Überwinterung an einem schattigen Ort bis fünf bis zehn Grad plus wird sie im Frühjahr um ein Drittel zurückgeschnitten.
  • Büschelschön (Phacelia tanacetifolia) gibt es mancherorts gleich ackerweise. Die auch Phacelie genannte Pflanze wird nämlich zur Gründüngung angebaut. Im Garten ist sie anspruchslos und kann wie in der Landwirtschaft auch als Gründüngung auf Nutzpflanzenbeeten verwendet werden.
  • Heidekraut (Calluna vulgaris) benötigt mageren und vor allem sauren Boden. Die niedrigen Halbsträucher blühen bis in den September hinein. Sie sollten einmal im Jahr geschnitten werden, das fördert die Blühfähigkeit.
  • Sämtliche Klee-Arten (Trifolium spec.) sind gute Trachtpflanzen. Sie können in die Gartenwiese eingesät werden und benötigen keinen Stickstoffdünger, da sie diesen zusammen mit Knöllchenbakterien aus der Bodenluft selbst gewinnen.
  • Die attraktive Kugeldistel (Echinops spec.) ist eine je nach Art bis anderthalb Meter hohe, zweijährige Pflanze (siehe Artischocke) aus südlichen und östlichen Gefilden. Sie wird ständig von Hummeln, Wespen und Bienen belagert, weshalb Imker sie gerne um ihre Bienenstöcke herum anpflanzen.
  • Lavendel (Lavandula spec.) ist eine Duftpflanze, die jeden Garten bereichert. Lavendel hat es gerne warm und trocken. Bestäuberinsekten zieht er an, Ameisen und Läuse dagegen vertreibt er, weshalb er sich gut eignet, um zusammen mit Rosen im Beet zu stehen.
  • Malven (Malva spec.) und Stockrosen (Alcaea spec.) werden auch mit gefüllten Blüten angeboten, aber das hilft den Hummeln natürlich nicht. Also beim Kauf unbedingt auf ungefüllte Sorten achten. Die Farbpracht bleibt ungeschmälert.
  • Der Natternkopf (Echium vulgare) ist eine heimische Wildstaude und gedeiht auf trocken-warmen Böden. Neben Hummeln und Schmetterlingen lockt der Langblüher (etwa von Mai bis August) auch unzählige Wildbienenarten an.
  • Der Sommerflieder (Buddleia davidii) firmiert verbreitet unter der Bezeichnung Schmetterlingsflieder, was ein deutlicher Hinweis auf seine Beliebtheit bei Insekten ist. Den Strauch mit seinen leicht überhängenden Zweigen gibt es in violett und weiß. Wie man es auch von Flieder kennt, sorgt ein spätherbstlicher Rückschnitt für vermehrtes Blühen im Folgejahr.
  • Die diversen Sonnenhut-Arten (Rudbeckia und Echinacaea) bilden dichte Stauden, aus denen je nach Sorte Blütenstängel von einem halben bis zwei Metern Höhe sprießen. Sonnenhüte sind klassische Bauerngartenpflanzen.

Die heimische Taubnessel (Lamium spec.) gibt es in weiß oder in purpur. Im Halbschatten unter Büschen und Bäumen sollte sie auch im naturnahen Garten einen Platz finden. Teils blühen die Pflanzen bis in den Winter hinein.


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