Exkursion im Sayner Schlosspark

Am 26. September führte die NABU Gruppe Neuwied und Umgebung e.V. eine naturkundlichen Exkursionen durch den Sayner Schlosspark durch. Unter der Leitung von Heide Bollen, Christian von Landwüst und Johannes Leonhard ließen sich 10 Teilnehmer über die geschichtliche Entwicklung der Gartenkultur in Deutschland und speziell die Entstehung des heutigen Sayner Schlossparkes seit 1850 informieren. 

Heide Bollen konnte die Lebensweise einiger Wasservögel an lebenden Beispielen erklären. In den Gehölzen versteckten sich weitere Singvögel, die teilweise nur an ihrem Gesang bestimmt werden konnten.

Christian von Landwüst führte praktisch vor, wie man sowohl die Insekten als auch die Fische im Saynbach bestimmen kann. So konnten Laven der Eintagsfliege, Steinfliege oder Köcherfliege gezeigt werden. Auch ein kleiner Süßwasserfisch, die Groppe, konnte im Saynbach gezeigt werden.

Johannes Leonhard erklärte ca. 30 einheimische und ausländische Baumarten, die im Schlosspark anzutreffen sind. Besonderes Interesse fand der Speierling, der als einheimischer Baum früher in Obstgärten zu finden war aber jetzt zu einer seltenen Rarität geworden ist. Auch die alte Sumpfzypresse mit ihren imposanten Luftwurzeln erstaunte die Teilnehmer.

Der Rundgang war nach ca. 2 Stunden beendet und die Teilnehmer waren sich einig, im nächsten Jahr auch eine Frühjahrsexkursion durch den Sayner Schlosspark anzubieten.

Exkursionen ins Brexbachtal

Am 23. Mai und am 1. August 2015 lud die NABU Gruppe Neuwied und Umgebung e.V. zu naturkundlichen Exkursionen ins untere Brexbachtal in Bendorf-Sayn ein. Unter der Leitung von Heide Bollen, Christian von Landwüst und Johannes Leonhard ließen sich fast 40 Teilnehmer über die erdgeschichtliche Entwicklung des Rheinischen Schiefergebirges und speziell des Brextales, die dort vorkommende Fauna und Flora und die Lebewesen im Wasser informieren. Das Brextal zeichnet sich besonders durch gut erhaltene Pflanzengesellschaften wie den Schluchtwald oder Eichenwälder, offenliegende Felsanschnitte und durch eine besonders reine Wasserqualität mit vielen Wasserlebewesen aus.

Das Rheinische Schiefergebirge, in welches das Brexbachtal eingebettet ist, entstand schon vor ca. 400 Mio. Jahren am Rande des damaligen großen Kontinentes aus flachen Meeresablagerungen. Die während der Auffaltung der Kontinente entstandenen unterschiedlichen Gesteinsarten , Devonschiefer, Grauwacke oder Tonschiefer, wurden erklärt und an praktischen Beispielen deren heutige Nutzung als Mauersteine oder Dachbedeckung erläutert. Die Tier- und Pflanzenwelt vor 400 Mio. Jahren war natürlich völlig anders als heute aber ein kleiner Einblick in die damalige Pflanzenwelt konnte an Hand von einigen Farnen, die im Brextal noch zu finden sind, gegeben werden. Farne wie z. B. die Hirschzunge, Wurmfarn, Mauerraute, Streifenfarn, Schildfarn, Tüpfelfarn, Buchen- und Eichenfarn oder auch der Frauenhaarfarn sind die kleinen Nachkommen der damaligen baumförmigen Pflanzen. Typische Pflanzenvertreter des Schluchtwaldes konnten im unteren Bereiches des Brextales gezeigt werden. Hierzu gehören die Eberesche, Linden, Ahorn oder im krautförmigen Unterholz die Orchidee „Weisses Waldvögelein“ oder das Wolfsmilchgewächs „Wald-Bingelkraut“. Heil- und Giftpflanzen, wie z. B. Beinwell, Tollkirsche oder der Riesenbärenklau konnten auch gezeigt werden.

In dem etwas trockenerem Südwesthang des Brextales besichtigte die Gruppe einen Eichenwald, der als kulturhistorische Zeugnis der Industrialisierung erhalten geblieben ist. Zum Gerben von Leder, welches bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts als Schutzkleidung in der Stahlindustrie benötigt wurde, wurden Eichenlohwälder angelegt und die dort gewonnene Lohe von der hiesigen Bevölkerung als kleines Zubrot verkauft. Mit dem Einzug der großtechnisch hergestellten Gerbstoffe wurde diese Waldwirtschaftsform, der Niederwald, immer mehr aufgegeben. Im Brextal finden sich jetzt aber noch weitläufige Reste dieser Waldwirtschaftsform; und Straßen- oder Gemarkungsnamen wie „Lohweg“ oder „Auf der Loh“ weisen noch auf die damalige Nutzung hin.

So wie die moderne Wirtschaft ist auch die Natur einem ständigen Wechsel unterworfen und neue Pflanzen und Tiere werden durch den weltweiten Handel weiter verbreitet. Auf die Gefahren, die die Verbreitung von solche Neophyten und Neozoen mit sich bringen können, wurde am Beispiel des Indischen Springkrautes und des Japanischen Knöterichs, hingewiesen.

Abschließend konnten die Exkursionsteilnehmer  praktische Erfahrungen bei der Untersuchung von Wasserlebewesen sammeln. Mit handelsüblichen Küchensieben und einer Schüssel konnten Larven der Steinfliege, Eintagsfliege, des Feuersalamanders oder auch Bachkrebse, Plattwürmer und Bachforellen gezeigt werden.

Nach 2 – 3 Stunden kehrten die Teilnehmer wieder an den Ausgangspunkt, die Abtei Sayn, zurück. Auch nächstes Jahr wird der NABU wieder solche Exkursionen anbieten. Die nächste und letzte Exkursion für 2015 wird am 26.9. in den Sayner Schlosspark ( siehe Termine ) sein.

Nachtigallenexkursion im Engerser Feld

Am Samstag, dem 09. Mai, trafen sich 15 interessierte Naturfreunde zu einer Veranstaltung, die von der NABU-Gruppe Neuwied und Umgebung angeboten wurde. Abends um 19:00 Uhr trafen sich   die Teilnehmer am Pionierhafen in Neuwied, um gemeinsam mit der Ornithologin Heide Bollen im Vogelschutzgebiet Engerser Feld auf die Suche nach einem unserer besten gefiederten Sänger zu gehen.

Bevor es los ging, zeigte Heide Bollen ein Bild der Nachtigall, denn da diese sehr unscheinbar ist und sich im Verborgenen aufhält, bestand nur eine geringe Chance, den Vogel zu Gesicht zu bekommen. Nach einer kurzen Beschreibung der Lebensweise und der Besonderheiten der Nachtigall begann die Wanderung entlang des Rheins.

Zuerst einmal musste die Gruppe im Windschatten eines Gebüsches Schutz suchen, denn es kam Regen mit starkem Wind auf. Zum Glück besserte sich das Wetter wieder und voller Vorfreude machten sich alle auf den Weg.

Im dichten Gebüsch entlang des Weges sangen Dorn- und Mönchsgrasmücken, aber bald schon hörten alle die erste Nachtigall rufen, eine von vielen, die im Verlauf der Führung ihren wechselvollen und anrührenden Gesang ertönen ließen, oft ganz in der Nähe der still und andächtig lauschenden Besucher.

Am Naturschutzgebiet Urmitzer Werth konnten alle Teilnehmer die Kormorane, Graureiher und Schwarzmilane sehen, die auf der Insel brüten und in den teilweise unbelaubten Bäumen gut zu  beobachten waren. Der hohe, sirrende Ruf der Schwarzmilane klang von der Insel herüber und stand im seltsamen Kontrast zu den klaren, perlenden Tönen des Nachtigallengesangs.

Auf eine weitere Besonderheit machte Heide Bollen die Exkursionsteilnehmer aufmerksam: Im hohen Gras der Rheinwiesen erklang ein Geräusch wie das laute Zirpen einer Grille. Es handelte  sich allerdings um einen Feldschwirl, einen kleinen und unscheinbaren Vogel, dessen Gesang hier ertönte.

Auch auf dem Rückweg zum Parkplatz sangen immer wieder die Nachtigallen, so dass noch einmal alle Teilnehmer auf ihre Kosten kamen. Fast zum Schluss der Führung saß ein Vogel, laut und ausdauernd singend, ganz nahe bei den ergriffenen Zuhörern, die lange andächtig lauschten. Und obwohl sie auch diese Nachtigall, so ganz in der Nähe, nicht zu Gesicht bekamen, konnten sie sich doch mit bleibenden Eindrücken und im Bewusstsein, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben, verabschieden.

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