Info über das Naturschutzgebiet Meerheck in Neuwied

 

 

 

NABU – Neuwied und Umgebung macht begleitende pflegerische Maßnahmen.

 

Die Bäche, die an den Randhängen des Westerwaldes entspringen und durch das Neuwieder Becken fließen, versickerten häufig im Untergrund aus Sand und Bims und erreichten somit nicht den Rhein. An den Versickerungspunkten entwickelten sich artenreiche Feuchtgebiete.

Mit Ausnahme des Heimbachs enden diese Bachläufe jedoch heute in der städtischen Kanalisation. Das dabei verbliebene Feuchtgebiet ist das NSG Meerheck, welches damit naturhistorisch wie aus Sicht des Artenschutzes als bedeutsam einzuschätzen ist. Auf dem mit 5,7 ha vergleichsweise kleinen Gebiet konnten in früheren Zeiten 106 Vogelarten beobachtet werden. Doch die abnehmende Wasserzuführung und die damit einsetzende Verbuschung führte zu einem Wertverlust des für die Region einzigartigen Gebietes für Arten des feuchten Offenlandes. Auf Initiative der Kreisverwaltung Neuwied (Untere Naturschutzbehörde) wurde die Wasserzuführung durch den Heimbach verbessert, nachdem der den Bachlauf umgebende, durch Röhren der Bisamratte löchrig gewordene Damm abgedichtet wurde. In Zusammenarbeit mit dem NABU wurden zudem Fichten und Weiden entfernt, die Dank des niedrigen Wasserstandes wachsen konnten. Ende 2003 schließlich wurde das Gebiet zum Teil gemäht und die Wasserfläche vergrößert.

Die Meerheck ist wegen der Seltenheit ein wichtiger Trittstein für Wat- und Wasservögel auf ihrer Reise in die Winter- und Brutgebiete. Kiebitz, Bekassine, Waldwasserläufer, Rot- und Grünschenkel können hier beobachtet werden, wenn sie einen Zwischenstopp einlegen und Kraft tanken. Bewaldete Feuchtgebiete würden sie aus Angst vor dem Habicht meiden. Auch seltene Amphibien können beobachtet werden, wie Kreuz- und Wechselkröten, welche in kleinen, besonnten Gewässern ablaichen. Ab Ende April nehmen schließlich Rohrammer, Sumpf- und Teichrohrsänger unter lautem Gezeter ihre angestammten Reviere ein.

Im Auftrag der „Unteren Naturschutzbehörde“ wird das Gelände durch unser NABU Mitglied Thomas Kurz mit Heckrinder ( Auerochsen - Rückzüchtung ) beweidet. Die robusten Tiere benötigen weder zusätzliches Futter noch einen Stall. Ökologisch zeigen sich schon erste positive Entwicklungen. Die Zahl der rastenden Vögel ist stark angestiegen. Erstmals konnte wieder der Neuntöter über einen längeren Zeitpunkt beobachtet werden. Und auch mit Reh und Wildschwein vertragen sich die Auerochsen prächtig.

Die Rinder schaffen eine Landschaft, wie sie früher durch extensiv wirtschaftende Bauern entstand. Doch auch schon vor Einzug der Landwirtschaft vor 7000 Jahren entstand durch wilde Grasfresser, wie eben der Auerochse, dieser offene Landschaftstyp. So erklärt es sich, dass sich viele Tierarten an die Präsenz der großen Pflanzenfresser gebunden sind. Eine ganze Nahrungskette ist gar an die Anwesenheit der Rinder gekoppelt, denn selbst für die Verwertung ihres Kotes und ihrer Parasiten gibt es Spezialisten.

Die Naturschützer hoffen nun die in der Meerheck ausgestorbene Bekassine wieder als Brutvogel heimisch zu machen. Spaziergänger können die Tiere Ende April bis Anfang Mai bei ihren Balzflügen entdecken. Mit ihren Federn erzeugen sie dabei Laute, die an das Meckern einer Ziege erinnern. Erfolge aus anderen Beweidungsprojekten geben jedenfalls berechtigten Grund zur Hoffnung.

 

Die NABU – Gruppe Neuwied und Umgebung führt seit 2003 begleitende pflegerische Maßnahmen in Abstimmung mit der zuständigen „Unteren Naturschutzbehörde“ durch.

 

 

 

Rettung der Meerheck 

Aktion im Dezember 2003

 

Das Naturschutzgebiet Meerheck bei Heimbach-Weis wurde auch in diesem Jahr von unseren Aktiven aufgesucht. Dort versickert in den Sanden und Kiesen des Neuwieder Beckens der Heimbach. In besseren Zeiten brüteten dort Raritäten wie Bekassine, Krick- und Tafelente. Auf dem Durchzug konnten Watvögel aller Arten gesichtet werden. Alles in allem wurden auf dem nur 5,7 ha großem Gebiet stolze 108 Vogelarten beobachtet, von denen 30 dort brüteten. Seinen hohen Wert für die Vogelwelt erlangte die Meerheck durch eine enge Verzahnung von Röhricht, Seggenrieden und Ruderalfluren mit Gräben und Tümpeln. Heute ist die Meerheck, deren Name sich von „Moorhecke“ ableitet, durch mangelhafte Wasserzufuhr bedroht. Der niedrige Wasserstand erlaubt Bäumen und Sträuchern kräftigen Wuchs. Dem steuern wir entgegen. Etliche Bäume wurden entfernt, so dass das Feuchtgebiet auch weiterhin attraktiv für Wasser- und Watvögel bleibt, die das offene Land vorziehen. Dank Reiner Schulz von der Landespflegebehörde Kreis Neuwied wurden die Wasserfläche mit Spezialgeräten aus Hamburg vergrößert und ein Großteil der Fläche gemäht. Für den kommenden Winter soll der Heimbach so verlegt werden, dass er das gesamte Gebiet durchfließt und so die Wasserfläche vergrößert wird.

 

 

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