Teile des Aubachtals zerstört – Der NABU und BUND erstattet Anzeige

Schwerwiegende Eingriffe im Aubachtal können nicht hingenommen werden

 

Im Aubachtal kam es zu schwerwiegenden Eingriffen in den Naturhaushalt und zu erheblichen Verstößen gegen das Bundes- und Landesnaturschutzgesetz sowie gegen die Naturparkverordnung Rhein-Westerwald. Es wurden illegal Bäume gefällt, darunter Bachufergehölze mit alten Erlen und Weiden. Nach unserer Kenntnis befinden sich die Flächen im Besitz des Fürsten zu Wied.

Durch das Naturschutzgesetz geschützte Biotope wurden umgepflügt und manche Bereiche sogar samt Pflanzen und Tieren gehäckselt. In eine Feuchtwiese wurde ein Entwässerungsgraben gezogen. Feuchtgebiete und naturnahe Uferzonen wurden umgebrochen und zerstört, ebenfalls eine Lebensstätte der streng geschützten Wasseramsel. Vieles geschah zudem nach dem 1. März, d.h. während der Brutzeit der Vögel. Weiterhin wurden landschaftsprägende Bäume im Aubachtal gefällt und sämtliche Gehölze entlang eines Seitenbaches entfernt.

Schon im vergangenen Jahr  wurden nach unserer Kenntnis Flächen im Aubachtal  mitten im Sommer gemulcht, ohne dass die Kreisverwaltung als Aufsichtsbehörde eingeschritten ist. Es entsteht bei den Naturschutzverbänden der Eindruck, dass nun unzulässiger Weise Bäume zur „Optimierung“ von Weideflächen gefällt wurden.  Der Naturschutzbund (NABU) Neuwied und Umgebung und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Westerwald haben nun über ein Rechtsanwaltbüro gegen dieses rechtswidrige Vorgehen Anzeige bei der Kreisverwaltung Neuwied erstattet.

„Hier handelt es sich um derart erhebliche Verstöße gegen das bundes- und landesweite Naturschutzrecht, dass diese nicht mehr ohne Ordnungsmaßnahmen seitens der Kreisverwaltung hingenommen werden können. Daher sind gegen den oder die Verursacher empfindliche Bußgelder zu verhängen“, fordert Harry Neumann, Vorsitzender des BUND Westerwald und BUND Landesvorsitzender sowie Ursel Wischnat vom NABU Neuwied und Umgebung. Außerdem erwarten die Verbände vom Besitzer der Flächen umfassende Aufklärung, wie es zu den massiven Verstößen gegen das Naturschutzrecht kommen konnte.

„Der Natur hilft das zwar nichts mehr, wir erwarten jedoch, dass die Kreisverwaltung Neuwied ihrer Aufgabe als Aufsichtsbehörde gerecht wird und neben der Verhängung eines Bußgeldes die Wiedergutmachung des Schadens anordnet. In Zukunft sollten die Experten der Naturschutzverbände frühzeitig in Vorhaben und Planungen mit einbezogen werden, damit ökologische Katastrophen wie im Aubachtal verhindert werden können“ betont  Dr. Jutta Etscheidt vom BUND.

Ursel Wischnat vom NABU Neuwied und Umgebung weist abschließend darauf hin, dass die Bürger bei den anstehenden Kommunalwahlen durch ihr Stimmverhalten dafür sorgen können, dass Natur- und Tierschutz in Zukunft mehr politisches Gewicht bekommen. „Bisher hat sich keine Partei im Stadtrat für dieses Thema interessiert“ fügt sie resigniert hinzu.

 

 

Harry Neumann, Vorsitzender BUND Westerwald, Landesvorsitzender

Dr. Jutta Etscheidt, BUND Westerwald

Ursel Wischnat, Vorsitzende des NABU Neuwied & Umgebung

 

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