Stellungnahme zum Konfliktherd „Engerser Feld und Hunde“ 

Das Engerser Feld hat als Vogelschutzgebiet und Rastplatz beim Vogelzug internationale Bedeutung. Es ist ein echtes Aushängeschild für Neuwied. Wir vom NABU bemühen uns deshalb, das Gebiet in seiner Wertigkeit zu erhalten und weiter zu verbessern. Freilaufende Hunde können dort leider problematisch sein, weil diese rastende Vögel aufscheuchen (hoher Energieverlust nach kräftezehrendem Flug oder nach strengen Winternächten) und Bodenbrütern und scheuen Arten das Brüten unmöglich machen. Wir verstehen die Hundefreunde, die im Sinne artgerechter Tierhaltung ihren Hunden Auslauf gönnen, weil wir auch Hunde haben. Das Problem ist nur, dass es mittlerweile so viele sind, dass es für scheue Vögel kaum einen ruhigen Platz gibt. An einem einzigen Abend zählten wir schon 197 freilaufende Hunde zwischen Pionierhafen und der Eisenbahnbrücke bei Engers! Und wir sahen Hundehalter, die ihren Hund gezielt auf Vogelschwärme laufen ließen, um sie aufzuscheuchen. Wir können solche Tierfreunde nicht verstehen, die das Wohlergehen ihres Hundes über das der Vögel stellen. Sind Vögel etwa keine Tiere? So hoffen wir auf das Handlungskonzept der Stadt Neuwied, das dem Vogelschutz und den Hunden gerecht werden soll. Wir appellieren auch an die Hundehalter und damit an die Tierfreunde in diesem Gebiet, ihre Vierbeiner anzuleinen. Im Sinne aller Tiere.

 

 

Die Karten auf den Tisch!

Kommentar zu: Bürgerinitiative Kannsee 2005

Die hochkochenden Emotionen über die Maßnahmen am Kannsee zeigen einmal mehr: Der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt im Engerser Feld zwischen Freizeitnutzung, Abbaubetrieb, Landwirtschaft, Grundwasserschutz und Naturschutz muss endlich gelöst werden. Kostengünstige extensive Beweidungskonzepte mit Großvieh beispielsweise schaffen sowohl attraktive Landschaften zum Wandern als auch Ruhezonen für die Natur. Das Projekt des renaturierten und begeistert angenommenen Grenzbachtals sollte Vorbild sein. Für die Stadt ist es an der Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen und das bereits verabschiedete Nutzungskonzept der breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Und Umzusetzen! Die Wünsche aller Beteiligten sind doch längst ausdiskutiert. Dauerdiskurse und politische Ränkespiele statt Entscheidungen? Nein danke!

Stefan Kolling (NABU Neuwied)

Beweidung im Engerser Feld mit Heckrinder,  Foto: Günter Hahn
Beweidung im Engerser Feld mit Heckrinder, Foto: Günter Hahn

Machen Sie uns stark

Online spenden

Naturschutzjugend

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature" Mehr